
Meilenstein im Tierschutz:
100 Modemarken gegen Tierqual in Wollindustrie
Wichtige Branchenvertreter positionieren sich gegen Lämmerverstümmelung (Mulesing) im Bereich Merinowolle / Verbraucher:innen lehnen brutale Methode ab
Hamburg, 11. März 2025 – Ein wichtiger Meilenstein für den Tierschutz: Vor vier Jahren hat VIER PFOTEN Modeunternehmen aufgefordert, sich gegen die grausame Lämmerverstümmelung (Mulesing) zu positionieren. Inzwischen haben 100 internationale Marken ihre Absicht erklärt, keine Wolle mehr zu beziehen, die mit Lämmerverstümmelung in Verbindung steht. Darunter so wichtige Branchenvertreter wie die H&M-Group, Zara, Adidas, C&A, Tchibo oder Hugo Boss.
Die Unternehmen setzen damit ein klares Zeichen für mehr Tierschutz in der Branche. Gleichzeitig erhöhen sie den Druck auf die australische Merinowollindustrie, diese brutale Methode bis spätestens 2030 zu stoppen und auf erprobte, tierfreundliche Alternativen umzusteigen. Die Bewegung zur Beendigung dieses blutigen Verfahrens der Lämmerverstümmelung gewinnt laut der globalen Tierschutzstiftung immer mehr an Dynamik. Hundert internationale Modeunternehmen haben sich durch die Unterzeichnung der VIER PFOTEN Absichtserklärung öffentlich dazu verpflichtet, keine Wolle zu verwenden, die aus einer grausamen Merinowolle-Produktion stammt. Gleichzeitig fordern sie in diesem offenen Brief die australische Wollindustrie auf, die grausame Praxis zu beenden.
Verbraucher:innen lehnen Lämmerverstümmelung ab
In Deutschland kennen immer noch sehr wenige Menschen Lämmerverstümmelung (Mulesing): Laut einer Umfrage weiß nur eine:r von 20 Befragten, was es mit der Praxis auf sich hat. Weitere fünf Prozent der Befragten sagen, dass sie schon mal davon gehört haben, aber nicht 100-prozentig sicher sind, was es bedeutet. Laut derselben Erhebung lehnen allerdings die allermeisten, nachdem sie über Lämmerverstümmelung informiert wurden, diese grausame Praxis und die damit in Verbindung stehende Kleidung ab. Demnach sind sogar 80 Prozent der Deutschen der Meinung, dass Modeunternehmen die Verwendung tierischer Materialien reduzieren, in Alternativen investieren und auf nachhaltige, tierfreundliche Materialien (z. B. recycelte oder pflanzliche Stoffe) umsteigen sollten.
Höchste Zeit für tierfreundliche Lösung dieses globalen Problems
Absichtserklärung der Modebranche
Alle Marken, die die Erklärung unterzeichnet haben, verzichten in ihrer Produktpalette komplett auf Wolle von verstümmelten Lämmern oder haben sich dazu verpflichtet, dies bis spätestens 2030 zu tun. Mit ihrer Unterschrift fordern die Marken die australische Wollindustrie auf, bis 2030 auf verfügbare und erprobte tierfreundliche Alternativen umzusteigen. „Je mehr Marken sich für eine Umstellung auf zertifizierte Wolle ohne Lämmerverstümmelung einsetzen, desto deutlicher wird die Botschaft an die australische Wollindustrie, dass es Zeit für einen Wandel ist“, sagt Leon Rein.
Hintergrund zu Lämmerverstümmelung (Mulesing)
Achtzig Prozent der feinen Merinowolle für den globalen Modemarkt stammen aus Australien - dem einzigen Land der Welt, in dem Lämmerverstümmelung (Mulesing) legal ist und allgemein praktiziert wird. Dabei werden Lämmern im Alter von zwei bis zwölf Wochen große Hautstreifen vom Hinterteil abgeschnitten, ohne dass ein angemessenes Schmerzmittel verwendet wird. Dies verursacht bei den Tieren starke Schmerzen, Angst und Stress. Dieses Verstümmeln von Lämmern wird als schnelle und günstige Methode zur Verhinderung von Fliegenmadenbefall eingesetzt. Es gibt allerdings alternative Methoden: Zu diesen gehört die Zucht von Schafrassen mit weniger Hautfalten, die gegen Fliegenbefall resistent sind, in Kombination mit einem verbesserten Herdenmanagement. Dadurch können sowohl Fliegenbefall als auch Lämmerverstümmelung vermieden werden. Darüber hinaus hat sich in der Forschung und durch die Praxis progressiver Schafsfarmer gezeigt, dass Lämmer von Schafsrassen mit glattem Körperbau eine höhere Überlebenschance als ihre verstümmelten Artgenoss:innen aufweisen.
Weitere Informationen zum Thema finden Unternehmen hier.
Mit dem Markenkompass von VIER PFOTEN können Konsument:innen überprüfen, wie ihre Lieblingsmarken beim Tierschutz abschneiden.

Oliver Windhorst
Pressesprecher für Tiere in der Landwirtschaft+49 151 183 515 30
VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
Lübecker Straße 128, 22087 Hamburg
VIER PFOTEN ist die weltweite Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Leiden aufdeckt, Tiere in Not rettet und sie schützt. Gegründet 1988 in Wien von Heli Dungler und Freunden, setzt sich die Organisation für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Empathie und Verständnis begegnen. Die nachhaltigen Kampagnen und Projekte von VIER PFOTEN konzentrieren sich auf Haustiere wie streunende Hunde und Katzen, Nutztiere und Wildtiere - wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans - in unangemessener Haltung sowie in Katastrophen- und Konfliktgebieten. Mit Büros in Australien, Österreich, Belgien, Bulgarien, Frankreich, Deutschland, Kosovo, den Niederlanden, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, Großbritannien, den USA und Vietnam sowie Auffangstationen für gerettete Tiere in elf Ländern bietet VIER PFOTEN schnelle Hilfe und langfristige Lösungen.